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Einheitsgemeinde Gerstungen
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Ortsteil GERSTUNGEN
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Kirchen
  Rundkirche Untersuhl
Rundkírche Untersuhl
Pfarrer/in Arne Tittelbach-Helmrich
An der Kirche 6
99834 Gerstungen
Telefon: 036922/20296
Telefax: 036922/20296

Die Kirche in Untersuhl stellt eine architektonische Besonderheit dar. Sie ist eine der wenigen Rundkirchen Europas. Wie ähnlichen Kirchen z.B. in Saas- Balen (CH) oder auf Bornholm fehlt ihr ein Kirchenschiff. Auf einem hohen , kreisrunden Sockel aus Sandsteinquadern mit einem Fachwerkaufsatz, an den sich an der Ostseite ebenerdig eine Altarnische schmiegt, trohnt ein hoher achteckiger schiefergedeckter Turm .Dieser ist mit einer flachen Haube mit Wetterfahne und Knopf abgedeckt und von vier Türmchen umgeben.
Der Ursprung dieser Kirche mit der besonderen Form ist ungeklärt. Es gibt viele Vermutungen, die von einer frühchristlichen Kapelle römischen Ursprung, über einen wehrhaften Burgturm aus dem Mittelalter bis zu einer Burgkapelle aus dem 11. oder 12.Jahrhundert reichen. Da sich sowohl romanische als auch frühgotische Bauelemente finden lassen und historische Aspekte dafür sprechen, ist letztere Variante nicht unwahrscheinlich. Fest steht, dass zur Zeit keine der Möglichkeiten sicher belegt werden kann.
Die bei Restaurierungsarbeiten 1993 im Innenraum teilweise freigelegten Wandmalereien, die um 1450 entstanden sein sollen, lassen jedenfalls auf eine frühe sakrale Nutzung des Rundbaues schließen.
Als Filiale " Niedernsuhl" der Kirche in Gerstungen wurde dieser Ende des 17. und Anfang des 18.Jahrhunderts , insbesondere nach der völligen Zerstörung des Kirchturms infolge eines Blitzschlages 1688, in wesentlichen Teilen verbessert und verschönert. Neben dem Anbringen einer Turmuhr , der Erneuerung von Altar, Taufstein und Kanzel und dem Erwerb bzw. der Restaurierung der 3 Glocken, baute man eine Empore im Innenraum ein, der später eine zweite folgte. Deren Brüstungen wurden um 1700 von Johann Christoph Wahnes bemalt, wobei einige Apostel die Gesichtszüge verdienter Untersuhler Bürger der damaligen Zeit tragen, so dass auch heute noch der eine oder andere Nachfahre das Porträt seines Urahns anschauen kann.
An der Kirche wurden immer wieder Restaurierungen durchgeführt, bis um 1900 unter dem sehr engagierten Superintendenten Stölten großzügige Spenden eine Generalrenovierung des Innenraumes und des Kirchturmes ermöglichten. Dabei versah man unter anderem die Altarfenster mit schönen Bleiverglasungen , die , nach dem sie 1950 entfernt worden waren, nach der Grenzöffnung mit Spendenmitteln erneuert werden konnten.
(Quelle:Publikationen von Fredy und Gerhardt Richter mit Dank für die freundliche Genehmigung)

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