Thüringens Minister Schütz hat in Bezug der TRASSE „die Kuh vom Eis“

„Notmaßnahme“ beauftragt – Arbeiten am Hang sollen demnächst beginnen

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Mit einer Filmpräsentation, die das gesamte Ausmaß über den Zustand der Trasse der L1020 zwischen Gerstungen und Oberellen zeigte, begrüßte Bürgermeister Daniel Steffan die Gäste im Raum Alt‑Gerstungen. In der Runde waren Infrastrukturminister Steffen Schütz, dessen Staatssekretär Dr. Tobias Knoblich, die Landtagsabgeordnete Ulrike Jary, der Leiter des Landesstraßenbauamtes sowie Mitglieder des Gemeinderates. Der Minister war der Einladung der Gemeinde kurzfristig gefolgt.

Große Herausforderungen für Gerstungen

Bürgermeister Steffan schilderte die erheblichen infrastrukturellen Probleme, die eine Kommune dieser Größe bewältigen muss. Ein Schwerpunkt in dem Zusammenhang ist die Trasse der L1020 zwischen Gerstungen und Oberellen. Steffan betonte die mögliche verkehrliche Bedeutung dieses Abschnitts, sollte es eines Tages einen Aufbinder zur A4 und eine Weiterführung in Richtung B19 geben. Diese Perspektive ist Teil größerer Überlegungen in der regionalen Straßenplanung.

Brückensperrung verschärft die Lage

Bauamtsleiter Thomas Hennicke informierte den Minister über ein weiteres akutes Problem:

Die Brücke über die ICE‑Strecke bei Gerstungen – vielen als „Totes Stück“ bekannt – musste nach einem Gutachten wegen erheblicher Mängel im vergangenen Jahr gesperrt werden.

Die Gemeinde sucht dringend nach Finanzierungsmöglichkeiten für den Abriss und einen Ersatzbau. Allein der Abriss wird auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt.

Bauamtsleiter Thomas Hennicke führte den Gedanken der perspektivischen Nutzung der Trasse auch weiter aus. Er erklärte, dass der vorhandene Verkehrsweg eine besondere Chance biete, weil sie bereits vorhanden ist. „Ohne zusätzlichen Flächenverbrauch und ohne das Abholzen von Wald oder das Inanspruchnehmen von Ackerflächen könnte die Trasse (ehem. Bahnstrecke) wieder in Nutzung gebracht werden“, so Hennicke. Sie könne damit langfristig sogar als Anschluss an die Autobahn A4 dienen und eine wichtige Verbindung in Richtung B19 schaffen.

Minister: „Die Trasse ist Teil eines größeren Projekts“

Minister Schütz machte deutlich, dass die Trasse der L1020 nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren verkehrlichen Zusammenhangs gesehen werden müsse – insbesondere im Hinblick auf die Achsen B84/B19.

Er sprach von einer „perspektivischen Lösung“ für die verkehrliche Situation zwischen Eisenach und Bad Salzungen. Dazu bedarf es aber weiterer konkreter Planungen auch mit dem Landrat und dem Oberbürgermeister der Stadt Eisenach.

 

Minister hatte gute Nachrichten im Gepäck

Der Minister brachte auch gute Nachrichten mit. Mit seinen Worten „Wir haben die Kuh vom Eis“ erklärte er, dass der Rechtsstreit zwischen der Deutschen Bahn AG und dem Freistaat Thüringen über die Zuständigkeit für die Trasse beigelegt sei. Damit können nun zeitnah Aufträge ausgelöst werden.

Nach Angaben des Landesstraßenbauamtes beginnen bereits in Kürze Fällarbeiten, um das Baufeld freizumachen.

Geplant sind Aufschüttungen der Böschung auf rund 800 Metern Länge als „Notmaßnahme“.

Im günstigsten Fall können die Arbeiten bis zum dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Dann wäre die Trasse wieder zweispurig befahrbar.

 

Bürgerinitiative übergibt Petition

Auch Christian Gräfenstein kam zu Wort. Er hatte neben der Gemeinde mit einer privat initiierten Online‑Petition zusätzlichen Druck aufgebaut. Er schilderte seine Beweggründe und den aus Bürgersicht unzumutbaren Zustand der Strecke.

Rund 1.600 Unterschriften konnten dem Minister übergeben werden. Die Initiative kündigte an, das Thema weiter aufmerksam zu begleiten.

 

Zum Abschluss überreichte Bürgermeister Steffan dem Minister noch symbolisch einen alten Auto‑Stoßdämpfer.

Bürgermeister Steffan: „Wir wollten dem Minister ein Zeichen der Dringlichkeit mitgeben. Der Stoßdämpfer steht für die Belastung, die unsere Bürger jeden Tag spüren.“

Minister Schütz: „Der bekommt einen Platz in meinem Büro“, sagte Minister Schütz humorvoll.