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STELLUNGNAHME DER EINHEITSGEMEINDE GERSTUNGEN zur möglichen Schließung des Unternehmens ae group und des Standortes Gerstungen

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Gerstungen, 28. Mai 2025

Mit großer Sorge hat die Gemeinde Gerstungen die Nachricht von der drohenden Schließung des ae group-Standortes zur Kenntnis genommen. Die ae group, die sich derzeit in einem laufenden Insolvenzverfahren befindet, konnte bisher noch kein tragfähiges Investorenkonzept vorlegen. Jüngst sind dem Prozess aber zwei interessante, strategische Investoren beigetreten. Gemeinsam mit dem Team der Eigenverwaltung prüft die ae group derzeit intensiv die Chancen, die sich hieraus für den Standort Gerstungen ergeben.

Parallel zu diesem Prozess, ist die ae group bezüglich einer möglichen Ausproduktion mit ihren Kunden in Verhandlung. Ein Abschluss der entsprechenden Vereinbarungen ist in den nächsten 4 Wochen geplant. Sollte dieses Szenario eintreten und es vor und auch während der geplanten Ausproduktionsphase zu keinem Eigentümerwechsel kommen, steht der Standort Gerstungen mit rund 600 Arbeitsplätzen vor dem potentiellen Aus.

„Die möglichen Auswirkungen auf unsere Gemeinde wären gravierend,“ erklärt Bürgermeister Daniel Steffan. „600 Menschen – Familienväter und -mütter, junge Fachkräfte, Auszubildende – wären von der Schließung des Standorts Gerstungen betroffen. Die ae group war über viele Jahre hinweg ein verlässlicher und bedeutender Arbeitgeber in unserer Region. Wir hoffen inständig, dass sich noch ein Investor für das Unternehmen findet.“

Bürgermeister Daniel Steffan steht bereits seit Monaten in engem Austausch mit der Geschäftsleitung.

„Unser Ziel ist es, einen sozialen Kahlschlag zu verhindern,“ so der Bürgermeister weiter. „Die Gemeinde Gerstungen wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um die betroffenen Beschäftigten, im Falle der möglichen Schließung, zu unterstützen – sei es durch Vermittlung, Qualifizierung oder die Ansiedlung neuer Unternehmen.“

Die Gemeinde appelliert zugleich an die Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, die strukturellen Herausforderungen im Bereich der mittelständischen Industrie- und Zulieferbetriebe ernst zu nehmen und bei der Bewältigung der Folgen aktiv zu unterstützen. Zu hohe Energiekosten, die steigenden Bürokratie-Kosten sowie die wirtschaftliche Lage der deutschen Automobilindustrie sind ursächlich für die aktuelle Lage der ae group ag verantwortlich.

Die Folgen der möglichen Schließung würden weit über die Grenzen der Gemeinde hinausreichen und auch das wirtschaftliche und soziale Gefüge der gesamten Region Westthüringen empfindlich treffen.

 

Daniel Steffan
Bürgermeister der Einheitsgemeinde Gerstungen

 

M E D I E N I N F O R M A T I O N                          

(Gerstungen, den 23. Juli 2025)

„Trasse“ bei Gerstungen – seit 35 Jahren Vernachlässigung und Verfall

Bund und Freistaat streiten sich um ehemalige Bahnumfahrung der innerdeutschen Grenze / Stützmauer bricht zusammen / Straßenverbindung zwischen Gerstungen und Oberellen in Gefahr

Die Landstraße 1020 zwischen Gerstungen und Oberellen befindet sich in einem ernsten baulichen Zustand. Teile der Stützmauer zur ehemaligen Bahnstrecke Förtha-Gerstungen (von der SED einst als „Trasse“ bezeichnet) sind bereits so instabil, dass die Fahrbahn teilweise halbseitig durch den Freistaat Thüringen gesperrt werden musste.

Auf über fünf Kilometern verläuft die Landstraße unmittelbar neben der ehemaligen Bahnstrecke. Dabei muss die Straße abschnittsweise durch eine statisch instabile Stützmauer gesichert werden. Die Deute Bahn AG und der Freistaat Thüringen streiten sich seit Jahren über die bauliche und damit finanzielle Zuständigkeit für diese Stützmauer.

Gerstungens Bürgermeister Daniel Steffan dazu: „Es ist ein politisches Armutszeugnis für Thüringen, dass diese Straße über 35 Jahre nach der Grenzöffnung in einem derart maroden Zustand ist. Nur weil Deutschland geteilt war, wurden diese Anlagen einst gebaut. Sie waren letztlich Teil des DDR-Grenzregimes. Heute machen wir mit diesem Banner auf diese Zustände öffentlich aufmerksam.“

Seit der Einstellung des Bahnverkehrs 1994 kämpft die Gemeinde Gerstungen um eine Sanierung der regional wichtigen Landstraße, welche eine Verbindung zwischen dem Raum Marksuhl/B19 und der Autobahn A4 darstellt. Seitens des Freistaates wird die Gemeinde seither hinsichtlich einer Sanierungsplanung vertröstet.

 

V. i. S. d. P.
Daniel Steffan
Bürgermeister