„Trasse“ bei Gerstungen – seit 35 Jahren Vernachlässigung und Verfall

M E D I E N I N F O R M A T I O N                          

(Gerstungen, den 23. Juli 2025)

„Trasse“ bei Gerstungen – seit 35 Jahren Vernachlässigung und Verfall

Bund und Freistaat streiten sich um ehemalige Bahnumfahrung der innerdeutschen Grenze / Stützmauer bricht zusammen / Straßenverbindung zwischen Gerstungen und Oberellen in Gefahr

Die Landstraße 1020 zwischen Gerstungen und Oberellen befindet sich in einem ernsten baulichen Zustand. Teile der Stützmauer zur ehemaligen Bahnstrecke Förtha-Gerstungen (von der SED einst als „Trasse“ bezeichnet) sind bereits so instabil, dass die Fahrbahn teilweise halbseitig durch den Freistaat Thüringen gesperrt werden musste.

Auf über fünf Kilometern verläuft die Landstraße unmittelbar neben der ehemaligen Bahnstrecke. Dabei muss die Straße abschnittsweise durch eine statisch instabile Stützmauer gesichert werden. Die Deute Bahn AG und der Freistaat Thüringen streiten sich seit Jahren über die bauliche und damit finanzielle Zuständigkeit für diese Stützmauer.

Gerstungens Bürgermeister Daniel Steffan dazu: „Es ist ein politisches Armutszeugnis für Thüringen, dass diese Straße über 35 Jahre nach der Grenzöffnung in einem derart maroden Zustand ist. Nur weil Deutschland geteilt war, wurden diese Anlagen einst gebaut. Sie waren letztlich Teil des DDR-Grenzregimes. Heute machen wir mit diesem Banner auf diese Zustände öffentlich aufmerksam.“

Seit der Einstellung des Bahnverkehrs 1994 kämpft die Gemeinde Gerstungen um eine Sanierung der regional wichtigen Landstraße, welche eine Verbindung zwischen dem Raum Marksuhl/B19 und der Autobahn A4 darstellt. Seitens des Freistaates wird die Gemeinde seither hinsichtlich einer Sanierungsplanung vertröstet.

 

V. i. S. d. P.
Daniel Steffan
Bürgermeister